Liebesaffäre einer Arztgattin endet mit Mord
Zur Verhandlung am Bochumer Schwurgericht kam sie am Montag mit einer schwarzen Wollmütze und versuchte mit einer Sonnenbrille ihre verheulten Augen zu verstecken. Die Gattin eines Arztes muss sich hier wegen Mordes verantworten. Im September letzten Jahres soll die heute 32-Jährige ihren heimlichen Liebhaber betäubt, vergiftet und erstochen haben. Als Motiv gilt, dass niemand erfahren sollte, dass der 36-jährige Banker der Vater ihres kurz zuvor geborenen Sohnes war. Nach ihrer Festnahme sagte sie gegenüber der Polizei: "Ich habe zugestochen, mehrfach. Ich habe alles kaputt gemacht. Ich weiß nicht, was ich gedacht habe. Ich war in dem Moment nur so wütend."
Ende 2009 hatte die verhängnisvolle Affäre begonnen. Damals arbeitete die Angeklagte in der Bochumer Arztpraxis ihres Mannes. Der Banker war ein Patient. "Ich glaube, er war schwer in mich verliebt und hoffte, dass ich zu ihm kommen würde", sagte die Angeklagte aus. Sie habe zwar ihren Ehemann nie verlassen wollen, ließ sich aber dennoch mit dem Banker ein. Dabei sei ihr schnell klar gewesen, dass sie die Gefühle für den Liebhaber nicht aufrechterhalten könne. Sie wurde dann im Dezember 2010 schwanger. Es stellte sich die Frage, wer der Vater war? "Es konnten beide in Betracht kommen", sagte die Angeklagte. Dann bestand der Liebhaber auf einen Vaterschaftstest und droht damit, die Affäre auffliegen zu lassen. "Das war für mich eine Bedrohung - eine Bedrohung für meine Familie."
Anfang Dezember dann tauchte die Frau nach acht Uhr abends in der Wohnung ihres Liebhabers auf. Nach Angabe der Anklage hatte sie Kakao mit Amaretto dabei. In dieses Getränk träufelte sie schwere Beruhigungsmittel. Als der Liebhaber den Mix getrunken hatte, spritzte sie ihm Morphium in den Arm, das sie aus der Praxis ihres Mannes gestohlen hatte. "Ich wollte ihn ruhigstellen", hatte die 32-Jährige gesagt. Zudem sagte sie, dass sie einfach nur Zeit gewinnen wollen. "Ich wollte, dass er das Wochenende verschläft." Sie kann aber nicht erklären, warum sie zum Messer gegriffen habe.
80 Zuschauer fanden zum Auftakt des Prozesses Platz im Gericht. Darunter auch die Eltern und der Bruder des Opfers. Für sie ist der Prozess eine "harte Sache".
Einen Tag nach der Bluttat wurde die Leiche des Bankers gefunden, denn es hatte in der Wohnung gebrannt. Zunächst gingen die Ermittler daher auch von einem tragischen Unglück aus. Durch die Obduktion der teilweise brandverzehrten Leiche wurden die 14 bis zu 16 Zentimeter tiefen Stiche entdeckt. Die Klinge eines Käsemessers hatte zwei mal direkt ins Herz getroffen. Die Obduktion brachte auch hervor, dass der 36-Jährige zum Zeitpunkt der Bluttat bewusstlos war. Die Angeklagte behauptete damals, dass sie mit dem Feuer in der Wohnung nichts zu tun habe. Schon einen Tag nach der Tat wurde die Arztgattin festgenommen. Ein Gutachten stellte inzwischen fest, dass der Liebhaber tatsächlich der Vater des Kindes ist. Heute ist der Junge knapp sechs Monate alt und befindet sich nach Angaben der beteiligten Anwälte in der Obhut ihres Ehemannes. Die Angeklagte muss mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen.
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Zahlen & Fakten:
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Hagen
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Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk:
Arnsberg
Landkreis:
Kreisfreie Stadt
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160,35 km²
Einwohner:
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Autokennzeichen:
HA
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